Gesundheit, Herr Bröckmann

"Sie müssen sich wirklich mehr um Ihre Zähne sorgen." Die Gesundheitsministerin, von allen nur "die dunkle Ursula" genannt, lehnte sich noch ein wenig mehr vor, während sie Bröckmann aus ihren braunen Augen ansah. Bröckmann konnte mittlerweile bemerkenswerte Einblicke gewinnen, zum Beispiel, dass die dunkle Ursula ihre rechte Brustwarze mit einem Ring verziert hatte.
"Ich bin mir immer noch nicht ganz im Klaren darüber, warum Sie mich eingeladen haben." Bröckmann lehnte sich zurück und gab ganz den coolen Journalisten, mit Zigarette im Mundwinkel und lässiger Haltung. Dummerweise rauchte er sonst nicht und bekam prompt einen Hustenanfall.
"Sehen Sie..." Die Gesundheitsministerin rutschte noch näher. "So ein attraktiver Mann wie Sie sollte auf sich achten." Sie lächelte vielsagend. "Warum ich Sie eingeladen habe? Nun, ich dachte, Sie wären vielleicht an ein paar Informationen zum Thema Karies interessiert..." Wieder der vielsagende Blick. "Oder an anderen Informationen."
Bröckmann schnippte die Zigarette von sich. "Informationen? Welcher Art?"
"Nun, vielleicht über", Die Ministerin machte eine dramatische Pause, "das, was in den Zigarren des Kanzlers ist?"
Bröckmann lehnte sich gespannt vor.
"Es gibt Gerüchte, dass schon seit langem die Zigarren des Kanzlers mit einer speziellen Tinktur behandelt werden, die nicht nur euphorische Zustände sondern vielmehr auch sexuelle Raserei verursachen."
"Nein," hauchte Bröckmann fasziniert. Er konnte es nicht leugnen, die Ministerin gefiel ihm. Ach ja, natürlich fand er auch Wellie attraktiv. Aber nachdem er es eine Weile mit Enthaltsamkeit, mit Heterosexualität und mit Selbstbefriedigung mit Tomtatenpflanzen versucht hatte, stand er persönlich zu seiner Bisexualität. Und die dunklen Augen der Ministerin hatten einfach was.

"Oh doch." Ursula lächelte und öffnete eine Flasche Wein. "Machen wir es uns doch ein wenig gemütlich.", sagte sie und füllte zwei Gläser, während sie das Licht dimmte und zwei Kerzen anzündete. Leichter Parfumgeruch erfüllte den Raum.
"Das ist ungeheuerlich."
"Eben..." Ursula stieß mit ihm an und rückte noch näher. Natürlich war die ganze Zigarrenstory völliger Kokolores, aber man hatte sie vorgeschickt, um Bröckmann ein wenig auszuhorchen und um seinen Einfluss auf Wellie zu schwächen. Dass man sie vorgeschickt hatte, war allerdings kein Zufall. Immerhin war sie geschieden, und ihr sexueller Hunger war legendär, mittlerweile hielt sich selbst der Kanzler von ihr fern.
Bröckmann kaute auf seiner Geheimwaffe herum, und Ursula nahm sehr sehr sanft seine Hand. "Das verdirbt Ihre Zähne.", gurrte sie und öffnete das Oberteil ihres Kostümes. "Und Gesundheit, Herr Bröckmann, ist das wichtigste überhaupt..."
Bröckmann legte seine Waffe beiseite und öffnete langsam sein Lurexhemd. Einen Moment lang dachte er noch an Wellie, dann aber griff die Ministerin in seine Jeans und lächelte.
"Ist das da unten wegen der Strahlen mit Alu verstärkt, oder ist das Natur?", fragte sie.

>> Dicke Dinger, dicke Zigarren


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