Das X-ometer des City-Meerschweinchens

"War ja klar, Frau am Steuer!" Der LKW-Fahrer hangelte sich aus dem Führerhaus. "Mann, dass die es nie kapieren - ab an den Herd und gut, da kann höchstens das Haus abbrennen. Aber nein, die Emanzen müssen ja unbedingt auch noch auf den Autobahnen rumgurken." Er erstarrte. "Oh wow." sagte er. "Oh wow! Kimberley Schmitz! Aeh, sorry, ich nehme alles zurück. Mann!" Er riss sich seine Kappe mit der Aufschrift "Trolle raus" vom Kopf. "Ich bin ein großer Fan, wirklich. Als Sie verhaftet wurden, habe ich geweint. Und dass der Cyber-holy-war nichts wurde ist eine Schande, fürwahr. Und-" Er senkte ein wenig den Kopf und wurde rot. "Ich steh sowieso auf üppige... na ja..."

Kimberley hatte sich aus dem Wagen gezwängt und ihre üppige Gestalt auf der Motorhaube des "Investimobils" platziert, dem alten Opel Rekord, der ihr und Peter MÜtze immer als Fahrzeug diente. "Ach ja, ich werde immer ungerecht behandelt." meinte sie verschnupft. "Aber das ist eben so, wenn man erfolgreich ist. Schon bei "Let's kauf something" wurde ich angefeindet."
Der LKW-Fahrer tauchte wieder ins Führerhaus ab und kam mit einem kleinen rosanen Plüschtier zurück. "Das ist mein fluffiger Bunny, den habe ich immer dabei." sagte er und wurde dabei fast so rosa wie das Plüschtier selbst, das, wie Peter Mütze feststellen konnte, im wesentlichen aus einem Playboy-Bunny bestand, das einen rosanen Hasenanzug trug.
Kimberley war entzückt. Peter Mütze dagegen unterbrach die romantische Stimmung rüde indem er fragte: "Haben in Ihrem Führerhaus 3 Leute Platz?"

Der LkW-Fahrer sah ihn an. "Oh wow." meinte er wieder. "Peter Mütze von Sternotopia, unglaublich. Ich bewundere Sie so sehr. Sie sind eine der letzten großen Koniferen auf dieser Welt, wirklich."
Peter nickte. "Es gibt leider zu wenig Menschen, die mein Genie anerkennen. Aber zurück zum Thema. Es sieht aus als wäre das Investimobil nicht mehr fahrtüchtig, aber zumindest Kimberley muss dringend zusehen, dass sie nach Bielefeld kommt um jemanden dort zu finden und zu beschatten. Ich komme dann mit dem Investimobil nach sobald es wieder fit ist."

"Oh, natürlich." Der Trucker konnte es kaum fassen. Zusammen mit Kimberley Schmitz im Wagen, das war ein wahr gewordener Traum. Natürlich würde es ein wenig eng werden, aber eben auch dadurch gemütlich. Er betrachtete Kimberleys üppige Gestalt und wandte sich dann an Peter Mütze. "Ich benutze den Begriff Führerhaus übrigens nicht." meinte er ruhig. "Das weckt zu viele negative Assoziationen." Er reichte Mütze die Hand. "Ich bin das City- Meerschweinchen. Das ist mein Codename seit dem Holy War." flüsterte er verschwörerisch. "Und ich glaube, es ist Schicksal, dass wir uns hier treffen. Denn wenn es darum geht, jemanden zu finden, habe ich genau das richtige Gerät." Er holte etwas aus dem Wagen, das wie eine Mischung aus einem Sprudelgerät, einer Digitalkamera, einen Taschenrechner und einem Handy aussah. "Das ist das x-ometer. Damit findet man alles. Ich habe es seit Wochen in einem Forum genutzt um Trolle ausfindig zu machen und es funktioniert absolut präzise."
Mütze war beeindruckt. "Ich könnte es irgendwann mal in meiner investigativen Sendung bei Sternotopia vorstellen." meinte er und das City- Meerschweinchen grinste geschmeichelt und fuhr sich durch die goldenen Strähnen, die er in sein feines mittelbraunes Haar gefärbt hatte. Ein wenig erinnerte er wirklich an ein Meerschweinchen, aber andererseits - fand jedenfalls Kimberley - auch sehr sexy. Sie setzte sich neben ihm in die "Fahrerkabine" (nicht Führerhaus, Kim...) und brausten los während Peter Mütze zurückblieb und den Pannendienst rief.

>> Blut, Schweiß und Tränen


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