Die Virenschleuder

"Dir reinste Virenschleuder." nörgelte Peter Mütze und betrachtete entnervt sein Laptop, das er mühsam auf dem Schoß balancierte während neben ihm Kimberley Schmitz Gas gab. Kimberley und Peter bildeten das Kompetenzteam von Sternotopia, wann immer es ums Internet oder um die Brunftgewohnheiten von Elchen ging, waren die Beiden die erste Adresse.
"Deine Kiste?" Kimberley rammte fast einen LKW und brauste weiter hinter Frickel und Ratti Ratte her.
"Dein Wagen hier." Angewidert schob Mütze einen Berg gebrauchter Taschentüchter zur Seite. "Da toben sich die Viren ja wirklich aus."
"Also wirklich - normalerweise schiebst Du es doch immer auf den Anwender, wenn der sich einen Virus einfängt, jetzt auf einmal soll ich schuld sein wenn Du Dich nicht genügend schützt?" Kimberley verzog ihr üppges Gesicht. "Übrigens - dein Bart entfärbt sich."
"Verdammt." Peter holte eine kleine Flasche mit schwarzer Creme aus seiner Jacke und begann, den unteren Teil seines Bartes wieder einzufärben. Wenn die Luftfeuchtigkeit zu hoch war, dann verlor sein Bart an Farbe und, wie Peter nicht müde wurde zu erwähnen, nur ein halbschwarzer Bart ist ein richtiger Bart.

"Warum folgen wir den beiden eigentlich?"
"Weil wir investigav sind. Nicht solche Schreibtischtäter wie die Jungs, die Tag um Tag nur ihren Newsticker pflegen, neee, so sind wir nicht."
Kimberley schwieg. "Sag mal, wann machen wir jetzt eigentlich den Computer- Yihad zusammen?" fragte sie schließlich. "Du wolltest doch gemeinsam mit dem Kasti da was planen."
"Kasti ist gerade im Kaufstreik, deshalb kann er keinen Computer für uns kaufen." Mütze seufzte. "Ist ein Dilemma, außerdem ist er auch noch mit irgendwelchen Leuten beschäftigt, die er zum Volksaufstand bewegen will.
"Oh." Kimberley seufzte. "Ich verstehe." Sie putzte sich ihre gelbe Sonnenbrille.
Mütze behielt den Wagen vor ihnen im Auge während er wild auf sein Laptop eintippte. "Die Sache hier ist ernst - ich denke, wir brauchen Kasti unbedingt, ich werde ihn kontaktieren." meinte er geheimnisvoll und Kimberley sah ihn schmachtend durch ihre gelben Brillengläser an. Nur zwei Minuten später krachten sie in einen LKW.

>> Das X-ometer des City-Meerschweinchens


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