Banane-Kirsch für Titty

"Süße, wir haben ein neues Spiel für Dich kreiert."
Didiér Hupf-Dohlen schaute sein geliebtes Containerluder begeistert an. Hach, wie er dieses von ihm kreierte Format liebte. Sex macht sich einfach bezahlt, und wenn man es noch mit etwas Sozialkritik verband, lief alles wie geschmiert. Er grinste bei dem Wortspiel.
"Pass auf, Du trägst wie immer die Kirschen, und Longo bekommt eine Banane als Kostüm - beziehungsweise die Schale davon."
Longo war zusammen mit Titty das Container-Traumpaar, sein Künstlername beruhte jedoch nicht, wie mancher vermutete, auf seinem durchaus beachtlichen Gehänge, sondern vielmehr auf der Tatsache, dass er Longopäde werden wollte. Didiér hatte es unterlassen, Longo über seinen Irrtum aufzuklären - je mehr er sich zum Narren machte, desto mehr standen die Zuschauer auf das Containerluder und den "geilen Deppen", der ab und zu sogar behauptete, ein Prinz zu sein.
"Und dann müsst ihr versuchen, euch so hinzulegen, dass sowohl die Banane als auch die Kirschen zu sehen sind. Na, klingt das nicht einfach suppah?"
Titty lümmelte sich auf dem Sofa und schlürfte ein Diätbier. Seit sie vor vier Tagen ohnmächtig geworden war, ging irgendetwas Seltsames mit ihr vor. Normalerweise hätte sie bei dem neuen Spiel begeistert gequiekt, aber jetzt fühlte sie sich nur wie Einstein unter Steinen. Irgendetwas war überhaupt nicht in Ordnung. Sie betrachtete Didiér, wie er schwärmte, und völlig neue Gedanken gingen ihr durch den Kopf.

"Sag mal, Didiér", fragte sie vorsichtig. "Stimmt es, dass alle Deine Lieder sich fast gleich anhören?"
Didiér zuckte zusammen. Auf seine Lieder ließ er sowieso nichts kommen, schließlich war er ein Meister. Aber Titty bereitete ihm Sorgen. In den letzten Tagen war sie so gar nicht sie selbst. Sie flippte bei seinen Ideen nicht aus vor Begeisterung, hatte nach einem etwas weniger freizügigen Kostüm gefragt und - das fand er persönlich am schlimmsten - ein oder zweimal hatte er sie sogar dabei ertappt, wie sie eine intelligente Bemerkung machte.
"Unsinn," meinte er lässig. "Also, was meinst Du... kann man da noch etwas verbessern an der Idee?"
Titty seufzte. "Ach, Dieda," er hasste es, wenn sie seinen Namen so verhöhnte, "die Idee ist einfach plump. Können wir nichts Anspruchsvolles machen?" "Anspruchsvoll?"
Hupf-Dohlen fuhr sich empört durch sein blondes Haar. In solchen Momenten bekam er Kopfschmerzen und wünschte sich, er wäre noch ein aufstrebender junger Sänger mit Keyboard um den Hals und einem dunkelhaarigen Mitstreiter, der allen Spott auf sich lud. So ein Blitzableiter war ideal, aber jetzt hatte er alle Sachen selbst am Hals!
"Tittchen, das hier ist Fernsehen für die Bevölkerung. Das ist unendliches Entertainment."
"Es gibt nur zwei Dinge, die unendlich sind," schnappte Titty. "Das Universum und die Dummheit. Na ja, das Universum vielleicht nicht. Auf jeden Fall ist unendliches Entertainment einfach ein recht dümmlicher Begriff für ein Format, das lediglich auf den Unterleib fixiert ist."
Didiér starrte Titty an, und sie starrte ihn an.
"Mein Gott," flüsterte Titty, "was passiert mit mir?"
Sie glitt zu Boden und Didiér rief hektisch einen Notarzt, der zwar nichts feststellen konnte, aber da Titty einfach nicht wieder wach wurde, wurde sie auf eine Bahre gelegt und ins nächste Krankenhaus gebracht.

Im Krankenhaus gab es, kaum dass Titty eingeliefert wurde, Tumult. Titty bekam eine Injektion, der behandelnde Arzt eine Erektion und dann sprang das Containerluder auf, riss dem verwunderten Arzt den Kittel vom Leibe, tätschelte kurz seine Erektion und hauchte "tut mir leid". Und schon raste Titty de la Puss im Ärztekittel, mit einem Stethoskop um den Hals und nichts als zwei Belegkirschen am Leibe, aus dem Krankenhaus. Das herabgefallene künstliche Feigenblatt blieb genauso zurück, wie ein nunmehr freudig masturbierender Arzt und ein verstörter und empörter Hupf-Dohlen. Er griff nach seinem hellblauen Handy, das seinem eigenen, leider einmal angebrochenen purpurrotem Liebeskrieger nachgebildet war und tippte hektisch Zahlen ein. Er brauchte einen Detektiv. Schnellstens!

>> (Mrs.) Law and Order


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