Alarm: Skins im Innenministerium

Drei Tage waren seit Henrys Verschwinden vergangen, als Mrs. Law und Super-Clemens auf dem Weg zum Büro aufeinander trafen.
"Gibt es Neuigkeiten im Fall Henry?"
Mrs. Law schüttelte den Kopf. "Er bleibt verschwunden. Aber wir tun unser Möglichstes. Allerdings werden unsere Experten ein wenig frech. Einer von ihnen fordete heute Morgen doch tatsächlich, wir sollten dafür aufkommen, dass das Rad repariert werden musste."
"Die Leute bekommen einfach den Hals nicht voll," schimpfte Super-Clemens wütend und blätterte in dem Weinkatalog. "Was meinst Du, ein paar Flaschen von dem 1973er hier für die Besprechungen?"
Mrs. Law nickte. "Und bitte endlich ein vernünftiger Weinkühlschrank. Ich will doch bei einer aktuellen Debatte um unseren Sparkurs keinen zu kalten Rotwein trinken oder gar einen zu warmen Rosť."
"Ich kümmere mich darum." Super-Clemens entschwand, das Cape mit dem goldenen "C" schwang hinter ihm her.

Mrs. Law klopfte an die Tür des Innenministers und wartete das "Herein" nicht erst ab, sie trat sofort ein. "Mir ist langweilig," meinte sie entnervt.
"Gibt es keine Ausschussitzung? Oder einen Bürgerdialog?"
"Nichts." Sie seufzte theatralisch. "Bis auf diese stressenden Bürger, die sich beschweren wollen, aber dafür habe ich nun wirklich keine Zeit."
Der Innenminister sah sie mitleidig an. "Ich fühle mich auch immer so unverstanden und gestresst," meinte er und tätschelte sein Kryptohandy. "Und niemand mag mich, und viele haben Vorurteile wegen meines Alters. Dabei stehe ich dennoch in Saft und Kraft." Er starrte auf den Bildschirm seines PC und klickte aufs Geratewohl einen Menüpunkt des Programmes an. Dann wurde er totenbleich.
"Oh mein Gott."
Barbara trat zu ihm. "Was ist passiert?"
"Sie haben meinen Rechner geknackt.", meinte er fassungslos. "Die Nazis haben den Rechner geknackt. Ich brauche sofort das Computer Emergency Team hier. Wir sind alle gefährdet. Diese verdammten Nazihacker haben sogar die Dreistigkeit, ganz offen Hinweise darauf zu hinterlassen, dass sie in den Computer eingedrungen sind."
"Eindringen klingt nett," sagte Barbara und lächelte leicht beseelt.

Das Computer Emergency Team kam herbeigeeilt und riegelte den gesamten Bereich ab, nahm alle Rechner vom Netz und startete eine Sicherheitsaktion. Barbara und der Innenminister gingen auf den Schreck ein Glas Wein trinken (richtig gekühlt), und Oskar entwarf eine Rede zur aktuellen Gefährdungslage.

Nach etlichen Stunden kam das Computer Emergency Team wieder, schloss die Rechner wieder an und beruhigte den Innenminister. Es seien keine Spuren auf ein feindliches Eindringen (Barbara lächelte sanft) zu finden. Nachdem man einige Stunden weiter debattiert, erläuterte der Innenminister, weshalb er der Meinung war, es hier mit einem Meisterhacker, noch dazu einem sadistischen, zu tun zu haben.
"Er hinterlässt sozusagen eindeutige Spuren nach Art von 'ich war hier', und dann findet man doch nichts. Perfide." Er zeigte auf den Bildschirm. "Da."
Und jetzt sah es auch der Chef des Emergency Teams. Unter Optionen fand sich die freche Botschaft des Hackers, gleich unter dem Button "Taskbar" stand groß und deutlich "Skins".

Das CET rückte ab und sein Chef übernahm die schwere Rolle des Erklär-Bärs. Und dann klingelte das Telefon, und jemand sagte, er hätte ein dringendes Gespräch für den Finanzminister.

>> Das bisschen Haushalt


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