Das dreckige Dutzend

"Haben wir jetzt endlich entschieden, wer sich um Henry kümmert?"
Mrs. Law nickte zufrieden. "Die Herren kommen gleich herein."
Sie lehnte sich behaglich zurück und wartete, bis es an der Tür klopfte. "Da sind sie ja."
Der Kanzler überprüfte noch schnell den Sitz seines Haares, kontrollierte seine elegant-lässige Haltung, und dann standen auch schon zwei junge Männer im Raum. Der eine, eher hager, mit schwarzem Pferdeschwanz, sah aus, als hätte er zu viele Bela-Lugosi-Filme gesehen. Er trug einen schwarzen Kutschermantel. Sein Kollege dahingegen sah eher etwas weltfremd aus, die Brille war beschlagen, und das Haar sah aus wie mit der Salatgabel gekämmt.

"Wo sind die anderen?" fragte Bildungsministerin Edeltraud irritiert.
"Welche anderen?"
"Huahh!" Mrs. Law wich angstvoll zurück, als sie bemerkte, dass der Hagere eine Art Säbel mit sich führte. "Mein Gott, das sind Killer!"
Die beiden Männer sahen sich an, ihnen war anzusehen, dass sie überhaupt nichts mit der Situation anzufangen wussten. "Ich bin auf dem Weg zu einer kleinen Vorführung." sagte der Hagere. "Nichts weiter. Und welche anderen?"
"Na, uns wurde das dreckige Dutzend angekündigt." meinte der Kanzler betont gelassen.
"Ja und?" entgegnete der Brillenträger verständnislos. "Gibt es irgendein Gesetz, das vorschreibt, dass man sich erst ab zwölf Leuten das dreckige Dutzend nennen darf?"
"Nun, normalerweise ist ein Dutzend eben zwölf und-"
"Normalerweise sind Volksvertreter auch die, die das vertreten, was für das Volk das Beste ist." Der Hagere fuchtelte mit dem Schwert herum. "Ich bin der Platindämon."
"Ich bin Haxxxor."
"Oh, äh ja... angenehm." Gerhard nickte. "Also, wir haben da eine Arbeit für Sie. Gemeinnützig und zumutbar. Sie wird auch fürstlich vergütet sozusagen."
Schweigen herrschte.

"Also, wir sind bereit, 1 Euro pro Stunde plus eventuelle Auslagen für Fahrtkosten zu zahlen. Und wir möchten schon jetzt betonen, dass es sich um eine Angelegenheit der nationalen Sicherheit handelt, die strengster Geheimhaltung unterliegt."
Haxxxor und der Platindämon sahen sich noch immer an wie Kälber, wenns donnert.
"Und... äh, wenn wir uns weigern?" sagte der Platindämon vorsichtig.
"Tja, was machen wir, wenn sie sich weigern?" Der Kanzler sah hilfesuchend zum Innenminister. Der sah die beiden Männer über sein Bierglas hinweg gedankenvoll an. "Ach ja," er hob das Glas, als wollte er den beiden zuprosten, "es gab da mal ein Lager im Osten..."

>> Der Innenminister will ein Lager


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