01. Mai 2006
In memoriam - Kein schöner Tag, der diesjährige erste Mai, bedeutet er doch einen echten Verlust für mindestens zwei Menschen auf diesem guten alten Globus. Warum gehört Abschied immer dazu? Und warum kann es nicht einfach einmal so gut sein, wie es ist? Alles unterliegt dem ständigen Fluss und einem ständigen Wandel, doch wäre eine Ausnahme zur Bestätigung der Regel nicht schön? Brauchbar? Würde eine solche Ausnahme nicht die Evolution nachhaltig unterstützen durch den Ausbruch aus der Gleichmäßigkeit? Sogar das Chaos strebt in seinem Inneren nach einem Mindestmaß an Ordnung, habe ich irgendwo gelesen vor vielen Jahren, doch es stimmt noch immer. Aber muss wirklich alles dieser Regel folgen?
Jedenfalls ist es schwer, einen Menschen zu verlieren, den man liebt, den man schätzt - um seiner selbst Willen.
12. Mai 2006
Tja, schon wieder ein Jahr ein vorbei, das neue geht schwer auf den Sommer zu. Zeit, mal einen Eintrag zu hinterlassen...
14. Mai 2006
Komisch, bisher hat man immer darüber gelacht, wenn die Älteren meinten, die Zeit würde verfliegen wie nichts. Inzwischen finde ich das tatsächlich nicht mehr komisch. Eines Tages kam der Punkt in meinem Leben, wo ich begriff, dass alle Zeit dieser Welt nicht ausreichen kann, um all das noch zu erkunden (oder gar zu erlernen), was mich interessieren würde. Ich vermute mal zu meinen Gunsten, dass das eine normale durchschnittliche Entwicklungsstufe des reflektierenden Menschen ist.

Die Frage, die sich stellt, splittet sich für mich inzwischen - statt einer Fülle von nicht klassifizierbaren Antworten - in zwei klare Positionsforderungen:

1. Was ist der Sinn meines Lebens?
2. Was will ich den Rest meiner Zeit daraus machen? (unabhängig vom Zeitfaktor)

Was der Sinn des Lebens ist, konnte ich immer noch nicht endgültig herausfinden. Antworten habe ich viele erfragt und auch bekommen, doch keine passte für mich so richtig. Was also ist der Sinn meines Lebens? Zum aktuellen Zeitpunkt würde ich sagen, das Leben selbst entdecken, mich kennenlernen und jeden einzelnen der Eindrücke genießen, die ich mit meinem begrenzten menschlichen Horizont auch nur annähernd erfassen kann. Schönes oder "nicht-schönes" Wetter, die Natur, neue Entdeckungen, gute Gespräche, interessante Menschen, spannende Projekte und (hoffentlich) eines Tages das Glück, geliebt zu werden und selbst halb verrückt zu werden, weil es so ist und weil es mir genauso geht.

Die Hoffnung stirbt zuletzt, sagt man....
01. Juni 2006
Nicht, dass ich schon wieder viel zu sagen hätte, liebes Tagebuch. Nein, mitnichten! Aber mir ist etwas Kurioses aufgefallen: Das Tagebuch 2005 endete ziemlich abrupt am - 12. Mai! Und nur rate mal, wann das Tagebuch 2006 anfängt?
Ach, ich liebe diese kleinen unwichtigen Details, die das Alltagsleben im Grunde erst so richtig schön machen!
08. August 2006
Gerade höre ich Nena's "Lichtarbeiter", eine geniale Komposition. Je mehr man über diesen Song nachdenkt, umso mehr Facetten scheint er zu zeigen. Empfehlenswert...

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