Freitag, 20. September 2002
Ich liebe Überraschungen! Auch, wenn immer ein gewisses Risiko mitschwingt, ob sie denn gelingen wird. Aber ein wirklich komisches Gefühl ist es, zu wissen, dass andere, in diesem Fall gute Freunde, für mich etwas ausgeheckt haben.
Und am allerschlimmsten ist: Ich hab keinen blassen Schimmer, um was es geht! Weder über einen Zeitpunkt noch über irgendwelche inhaltlichen Anhaltspunkte. Das ist selten, denn ich bin ein guter Beobachter.... Danke, mir gehts gut :-)
 
Samstag, 21. September 2002
Gerade eben hab ich meiner sehr lieben Freundin wortwörtlich durch den Telefonhörer gesagt: "Entweder kriegst Du jetzt - und zwar jetzt sofort! - Deinen Hintern hoch und schaffst das Zeug her, das ich für Dich ansehen soll, oder Du musst es allein machen".

Zum ersten Mal in meinem Leben helfe ich jemandem - ohne mich diktieren zu lassen. Ich glaube, heute hab ich den feinen Unterschied zwischen wirklicher Hilfe und sich ausnutzen lassen gelernt. Danke, Du Süße, hab Dich wirklich sehr lieb! Auseinandersetzung bedeutet Fortschritt :-)

 
Sonntag, 22. September 2002
Heute ist Bundestagswahl. Zum ersten Mal war dem Ganzen ein TV-Politduell der beiden Kanzlerkandidaten, diesmal Schröder und Stoiber, vorausgegangen. Angeblich kann dieses Event das Wahlverhalten kaum beeinflussen - bei mir war es ausschlaggebend.... Auseinandersetzung bedeutet Fortschritt :-)
 
Montag, 23. September 2002
WARNUNG AN ALLE:
Ich hab ein wahres Talent, wenn es darum geht, Überraschungen aus Versehen zu erraten.... Auseinandersetzung bedeutet Fortschritt :-)
 
Mittwoch, 25. September 2002
Wollte gerade eine lange Mail ausführlich beantworten, als ein guter Freund anrief. Wozu Freunde gut sind? Dazu gibt's bald mehr im Kapitel [FREUNDE]. Aber für heute schon einmal eine sehr gute Antwort: Freunde sind immer mal wieder für einen wahren Lachanfall gut. Und wir alle wissen: Lachen ist überaus gesund, und - was ich immer auf der Arbeit sage - fördert die Leistungsbereitschaft ;-)

Warum wir einen solchen Lachanfall hatten, dass wir uns telefonisch gekugelt haben - und das fast 10 Minuten lang? Wir haben uns vorgestellt, was passieren würde, wenn uns ein weiterer guter Freund 'beichten' würde, dass er - wider aller Erwartung - genau dieselbe Erfahrung wie wir gemacht hätte.

Das kann definitiv nicht passieren - aber die Vorstellung dieser Unmöglichkeit hat uns die Tränen in die Augen und einen heftigen Zwerchfellmuskelkater beschert. Und wie ich gehört habe, inzwischen auch unserem gemeinsamen Freund....

Freunde sind einfach etwas Wunderbares! Danke, mir gehts gut :-)

 
Samstag, 5. Oktober 2002
Fliegenpilz

Dichte Bäume - Mischwald - ein dunkler Hohlweg - gebahnt durch dichtes, weich federndes, erdig duftendes Waldbodentum - links und rechts natürlich-hügelige Begrenzung - vielseitig bewachsen und bewohnt - gestaltet von den Bewohnern der Natur.

Ein Sonnenstrahl lenkt ehrlichen, offenen Blick - eine watteweiche, moosbegrünte Miniaturlichtung - ein großer, schöner, aufrechter Fliegenpilz - rote Kappe, weiße Punkte - und daneben ein kleinerer - Fliegenpilz - geborgen, dazugehörend, zuhaus.

Der warme Sonnenstrahl besonnt leise die Szene - ein bescheidener Windhauch ist zu Gast - wie wir auch.

Danke, mir gehts gut :-)

Sonntag, 12. Oktober 2002
Graue Haare ....

.... kommen vom Stress, sagt man. Welche Bedeutung hat das erste graue Haar für einen Menschen? Und wie geht er damit um, wenn er eines Tages in den Spiegel schaut und feststellt, dass nicht eines erschienen ist, sondern praktisch eine globale "Grundfärbung" quasi über Nacht eingesetzt hat?

Als ich meine Mutter im Mai im Krankenhaus besuchte, prägte sich - neben vielem anderen - ein Bild für immer in meinem Gedächtnis ein: Ihr Haar war farblos-grau geworden, in kürzester Zeit. Und die blonden Strähnchen, die ursprünglich in ihrer Naturhaarfarbe Akzente setzen sollten, schienen nun die einzige Farbe überhaupt zu sein .... Auseinandersetzung bedeutet Fortschritt :-)


Montag, 14. Oktober 2002
Land unter - habe das Gefühl, mein Leben läuft irgendwie neben der Welt her. Eine Welt, in der ich nur noch dazu da bin, um zwischen zwei Orten hin und her zu brausen, um immer rechtzeitig wieder da zu sein, wo ich meine Pflicht tun soll.

Erinnert mich ein wenig an "Hase und Igel" .... Auseinandersetzung bedeutet Fortschritt :-)


Mittwoch, 23. Oktober 2002
Sternstunden

Ein Jahrestag hat sich heimlich, still und leise eingestellt - und hat einen Paukenschlag als "Geschenk" mitgebracht.

Jede Veränderung der Perspektive lässt die Dinge in einem neuen Licht erscheinen: Auf der einen Seite siehst Du Sturm - drehst Du ihm einfach den Rücken zu, findest Du vielleicht einen Regenbogen.... Auseinandersetzung bedeutet Fortschritt :-)


Sonntag, 27. Oktober 2002
Heute ist "Sturmtag" in Deutschland: Fast überall fegt der Wind in orkanartigen Böen übers Land, durch Straßen und Gassen, reißt mit wilder Lust die buntgefärbten Blätter von den Bäumen und pfeift in ungezügelter Leidenschaft durch Briefkastenschlitze, Gullideckel und um jede Ecke, die ihm unterwegs begegnet.

Das Leben kommt mir genauso vor: Es rast mit unglaublicher Geschwindigkeit vorbei, geschieht und ist gelebt, bevor man sich des gelebten Tages bewusst wird.

Ein lieber Freund meinte neulich in einer seiner Mails: "Wie sieht es eigentlich mit Deinen Ambitionen aus, mal wieder einen netten Mann kennen zu lernen? Oder muss ich Dich erst dran erinnern, dass da draußen gerade wieder die Kuschelzeit beginnt..." Danke, mir gehts gut :-)

Samstag, 2. November 2002
Allerheiligen/Allerseelen

Ein katholischer und ein evangelischer Feiertag zum Gedenken an die Toten sind wieder einmal vorbei. Wie viele Menschen sind auch dieses Jahr wieder auf den Friedhof gegangen, um die letzte Ruhestätte eines Verstorbenen zu besuchen?

Nein, ich habe das auch dieses Jahr nicht getan.

Der Tod meiner Mutter hinterlässt bereits so viele Spuren in mir, dass ich damit schon genug beschäftigt bin. Die beiden vergangenen "Feier"Tage habe mir aber dennoch einen Satz ins Herz gelegt: Lasst die Toten ruhen.

Je mehr ich über das Leben meiner Mutter versuche herauszufinden, umso mehr Überraschungen fördere ich zu Tage. Und wieder einmal wird mir bewusst, wie wenig wir kleinen Menschlein über uns, unsere Mitmenschen und die Welt, in der wir leben, wissen. Wie sehr der Einzelne in der anonymen Masse derer, die mit dem Strom schwimmen, verschwindet. Und wie schwierig es ist, jemanden im Auge zu behalten, wenn man selbst gegen den Strom ankämpft .... Auseinandersetzung bedeutet Fortschritt :-)


Dienstag, 5. November 2002
Kritikfähigkeit

Zu den "Softskills", also den sozialen Fähigkeiten eines Menschen, gehört auch die Kritikfähigkeit.

Eigentlich sollte es mir eine Ehre sein, wenn ich von einem Menschen eine "Beurteilung" (nach dem griechischen Ursprung des Wortes) bekomme. Es zeigt mir schließlich, dass ich diesem Menschen so wichtig bin, dass er sich die Mühe macht, mir zu sagen, wie er mich - oder noch genauer ja eigentlich eine Tat von mir - bewertet.

Warum also braucht man dann eigentlich Kritik -Fähigkeit? Vielleicht, weil wir Menschen leider zum großen Teil verlernt haben, einander als Menschen zu achten und zu schätzen? Danke, mir gehts gut :-)

 

Samstag, 9. November 2002
Happy Birthday - Party ist angesagt. Ein ereignisreicher Tag: Kaffeetrinken in beinahe schon "familiär" anmutender Runde lieber Menschen. Hatte ganz vergessen, wie schön das sein kann....

Abends Party mit so mancher Überraschung. Hatte ganz vergessen, wie schön es ist, unter netten Leuten zu sein - und vor allem, neue Menschen kennen zu lernen - bei meinem Workoholismus .... Danke, mir gehts gut :-)

 

Montag, 11. November 2002
Projekt B

Ein großer Tag: Projekt B ist offiziell angelaufen. Ich beginne, mein Privatleben wieder zu entdecken .... Danke, mir gehts gut :-)

 

Donnerstag, 14. November 2002
Hermann Hesse...

...ist einer meiner Lieblingsautoren, und heute habe ich einen Satz von ihm gefunden, der zu 100% das ausdrückt, was ich über die Gestaltung einer Beziehung denke:

"Wir zwei, lieber Freund, sind Sonne und Mond, sind Meer und Land....unser Ziel ist, nicht ineinander über zu gehn, sondern einander zu erkennen und einer im anderen das sehen und ehren zu lernen, was er ist: des anderen Gegenstück und Ergänzung!"

Auf ewig glücklich, welche beiden Menschen das realisieren können .... Danke, mir gehts gut :-)

 

Mittwoch, 27. November 2002
16

Habe einen Brief bekommen. Eine Seite, computergeschrieben, schwarzweiß. Was drin stand? Ich habe ein großes, unbezahlbares Geschenk bekommen: einen Gutschein für meine Lieblingszahl - ein ganz besonderer Gutschein also. Und mit dabei: 'ein Lebensvorrat an knuddels'

Ich habe vor, noch lange zu leben - jetzt erst recht :-) Danke schön *freu* .... Danke, mir gehts gut :-)

 

Samstag, 07. Dezember 2002
Ein Adventwochenende kommt ....

Müncherlbach - Als Ergebnis unseres initialen Besuches des Nürnberger Christkindlsmarkts fand sich an der Windschutzscheibe meines Autos ein Zettelchen mit dem (sehr fairen!) Hinweis, dass man meinen Außenspiegel abgerammelt hätte.

Zwei knutschende Peugeots 206 (grün & rot) bekamen prompt nach 90 Minuten (nein, bei französischen Autos dauert das keine 9 Monate! *gg*) zweieiige Zwillinge: zwei niedliche kleine Einkaufswägelchen mit lustigen Fähnchen.

Ins traute Heim zurückgekehrt, kotzte in Todesangst eine Stubenfliege vor ihrem Exitus noch schnell ins Zickenglas, das mit leckerer blutroter Kirschsaftschorle gefüllt der Labung der Menschen dienen hätte sollen.

Die Trauer um den doppelten Verlust - Stubenfliege UND Kirschsaftschorle! - war schließlich so groß, dass nur noch eine Überreaktion das anwesende Krümelmonster vor einer ernsthaften Winterdepression bewahren konnte: ein Lachanfall, der fast wieder einmal einen Notarzt erforderlich gemacht hätte.

Der gemütliche Abschluss eines verlängerten Adventswochenendes wurde dem DOS-Spiel Commander Keen gewidmet, nachdem sich die Spaghetti-Reis- Tomatensuppen-Pfanne á la Giftzwerg als durchaus essbar erwiesen hatte .... Danke, mir gehts gut :-)

 

Mittwoch, 11. Dezember 2002
Ein Adventwochenende geht ....

Müncherlbach(2) - Die 700m zur Kerzenfabrik wurden standesgemäß in einem Leihwagen zurückgelegt, da unser Auto ja noch in Reparatur war. Der Minivan (!) war ein wahrhaft sturer Panzer und weigerte sich beim Abschließen per Fernbedienung standhaft durch abwechselndes Öffnen und Schließen sämtlicher Türen, sich absperren zu lassen. Zum Glück funktioniert auch bei solchen Luxusschlitten durchaus die altbewährte Methode des Schlüssel-ins- Schlüsselloch-und-zu-isser!

Die Reparaturrechnung für meinen Wagen war später auch nicht auffindbar - dafür hatte der Seniorchef der Werkstatt einen wahren Narren an uns gefressen, als er mit gönnerhaftem, auf uns deutendem Blick meinte: "und was macht DER Junior?". Wir guckten uns an, glaubten, uns verhört zu haben und fragten wie aus einem Munde: "Wie bitte? Was haben Sie gesagt????" Noch heute quälen uns Alpträume, ob der eine von uns nun soooo alt aussieht, dass er als Elternteil des anderen durchgehen kann - oder ob der Jüngere sich wirklich so dermaßen gut gehalten haben kann, dass er als Junior immer noch durchgehen kann - Spätestens hier kamen selbst dem Bayern ernsthafte Zweifel am Intelligenzquotienten seiner Heimat ....

Der Videonacht mit "SpyGame" folgten eine etwas müde Schlossbesichtigung und das Löschen tausender von eMails zur Überbrückung der Arbeitszeit. Die abendliche Computersession entlockte diesmal zur Abwechslung dem heimischen Zip Unmengen abenteuerlicher Hieroglyphen, die geschickt und ausdauernd verbargen, was die Zipdiskette eigentlich an wichtigen Daten hätte übertragen sollen.

Den krönende Absch(l)uss bildete aber eindeutig die Bahn mit ihrem neuen automatischen Reiseservice: Mittels Spracherkennung kann sich jeder Bundesbürger seine Fahrplanauskunft selbst erstellen. Dabei hat es uns durchaus verblüfft, wie gut die Software wirklich arbeitet! Aber: welch abenteuerliche Reiserouten dabei herauskommen können, wenn man einen Thüringer und einen Bayer gemeinsam eine Reise buchen lässt, das lasst Euch mal lieber von den beiden persönlich erzählen - oder noch besser: selbst ausprobieren - aber bitte mindestens zu zweit ;-) .... Danke, mir gehts gut :-)

Donnerstag, 26. Dezember 2002
Weihnachten vermisst man Familie am meisten ....

Zweiter Weihnachtsfeiertag, er ist vorbei. Geschafft. Nie wurde mir tiefer bewusst wie dieses Jahr, welche Rolle auch eine schlecht funktionierende Familie sein kann. Wissen, wo man hingehört, wo man zuhause ist. Aber wer hat das heutzutage noch? Die wenigsten, möchte ich behaupten - zumindest lebt meine Generation in einer übergangsphase, wo man sich noch an die Institution der Großfamilie erinnert, aber selbst in der Regel kein "intaktes" Zuhause mehr hatte.

Ok, ich hab mich damit abgefunden - soweit man das überhaupt kann. Und zum Glück gibt es "Netzwerk von Freunden" (hab ich heut in einer uralten "Allegra" auf der Titelseite gesehen), das auch in meinem Leben einen wichtigen Platz eingenommen hat. Euch, Ihr Lieben, gilt mein besonderer Gruß zu Weihnachten:

Danke, dass Ihr für mich da seid, und vor allem, dass Ihr nicht müde werdet, mir manche Dinge auch zum tausendsten Mal immer noch mal wieder zu sagen. Es liegt wohl in meiner Natur, Dinge, die mir wichtig sind, nicht mit einer einzigen Handbewegung wegzuwischen, wenn sie vorbei sind. Von guten wie unangenehmen Augenblicken zehre ich leider offensichtlich manchmal länger als Ihr - aber ich will gern bei Euch zur Schule gehn ;-) Fühlt Euch mal gaaaanz lieb geknuddelt! Danke, mir gehts gut :-)

 

Ende Tagebuch 2002
An dieser Stelle schließt sich Teil 1 von Cindyherselfs Tagebuch.

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