Ubiquitous Computation, globale Vernetzung
und das Ende der Privatsphäre
von John Walker
Revision 8 - 28. Februar 1994
Übersetzer: Jürgen Buchmüller
Quelle des Originals: http://www.fourmilab.ch/documents/unicard.html
Vorwort

Als Bedrohungen der Privatsphäre werden oftmals Anstrengungen der Regierungen oder grosser Firmen angesehen, die ihre Macht nutzen um die Rechte der Individuen einzuschränken. Oft sind es aber die Individuen selbst, die ihre Privatsphäre für ein Versprechen von Sicherheit, oder noch öfter für die Bequemlichkeit aufgeben. Basierend auf Technologien, die bereits verfügbar sind oder in den nächsten Jahren verfügbar sein werden, untersucht dieses Papier wieviel Bequemlichkeit noch erlangt werden kann und wieviel Privatsphäre verloren gehen wird, wenn diese Technologien weit verbreitet sein werden.

Einführung

Jahrzehntelange Trends in der Nutzung von Computern, bei der Kommunikation, bei Bank- und Finanzgeschäften und in Sicherheitsfragen werden noch in diesem Jahrzehnt auf eine neue Art von Vernetzung zwischen den Menschen hinauslaufen, sowie auf neue Wege der Interaktion zwischen Individuen und Institutionen.

Die genaue Form, in der dies geschehen wird, und die längerfristigeren Auswirkungen sind genauso unmöglich vorherzusagen, wie es im Jahre 1875 unmöglich gewesen wäre all die Bereiche zu vorauszusehen, in denen das Telefon Teil des modernen Lebens geworden ist. Dennoch kann man die in nächster Zukunft zu erwartenden technologischen Entwicklungen extrapolieren, genau so wie man 1930 voraussagen konnte, dass es wahrscheinlich einmal möglich sein würde jeden Telefonanschluss von jedem anderen der Welt aus direkt anzuwählen. Technologien, die weithin empfundene Bedürfnisse befriedigen, werden oftmals sehr schnell angenommen. Dieses Papier wird die Trend-Technologien hinter der kommenden Revolution identifizieren. Es wird umreissen wie die Produkte, die aus dem Erwachsenwerden dieser Technologien hevorgehen, für die Menschen die sie kaufen aussehen und wie sie sich anfühlen könnten. Ausserdem wird es über einige der aus diesen Entwicklungen sich ergebenden möglichen politischen und sozialen Folgen nachdenken.

Ich habe "Unicard" TM erfunden, um die Verkörperung dieser neuen Ära der Technologie zu sein. Die folgende Definition ist entnommen aus The Unicard Interface - Provider's Design Guide in der Ausgabe von 1998, herausgegeben vom Unicard Konsortium. Es beschreibt das, was heute als Unicard I bekannt ist.

"Die physikalische Beschreibung der Unicard ist diese: Es ist eine 54x85 mm kleine Plastikkarte, 0,5 mm dick und ausgestattet mit einem Standard-Mikroprozessor, der Unicard Interface-Software in einem ROM, dem eindeutigen Identifizierungscode und 4 Megabyte nichtflüchtigen Speichers (NVRAM). Die Schittstelle zwischen der Unicard und externen Geräten funktioniert über eine induktive Verbindung, die während der Abfrage und bidirektionalen Datenübetragung gleichzeitig die Karte mit Energie versorgt [4]. Jede Unicard enthält eine einmalige und unveränderliche 512 Bit lange Identifikationsnummer. Das Äussere der Unicard bietet Bereiche für ein Foto des Eigentümers der Karte, für einen Magnetstreifen um die Karte kompatibel zu Kreditkartenlesern der ersten Generation zu machen, sowie für ein holographisches Signet zur Gültigkeitsprüfung. Der Rest der Kartenoberfläche ist verfügbar für dekorative Elemente.
Unter dem Aspekt der Funktionalität dient Unicard dem Kartenbesitzer zur Identifikation bei allen Formen von Transaktionen und Interaktionen. Unicard kann all die im Folgenden aufgezählten Arten von Identifikationen und Ausweisen potenziell ersetzen: Unicard setzt nicht voraus, dass irgendeines der obigen Dokumente abgeschafft wird; diese können weiterhin herausgegeben und separat genutzt werden, wenn das gewünscht ist. Der Unicard-Besitzer kann aber all diese Funktionen in der Unicard zusammenfassen, wenn er die Daten in die Obhut einer der Unicard Mitgliedsorganisation gibt. Die meisten der mit der Unicard verbundenen Daten und Informationen sind nicht physisch auf der Karte gespeichert, sondern werden über einen hochsicheren Schlüssel aus den Datenbanken verschiedener Organisationen geliefert, sowohl von staatlichen wie kommerziellen "Providern", deren Computer an den weltweiten Unicard-Backbone angeschlossen sind.
Trends: Ubiquitous Computing

Die folgenden Trends sind alle gegenwärtig schon weitverbreitet und werden die techologische Infrastruktur für Unicard liefern.

Dieser Ausdruck wurde beim Xerox PARC [1] für die nächste Phase in der Evolution der Computer erfunden. Der Personal-Computer, der ein Nachfolger des Xerox PARC Alto/Dynabook aus den 1970er Jahren ist, ist heute in mit GUIs ausgestatteten, hochleistungsfähigen und vernetzten Computern zur Realität geworden. Er wird gerade abgelöst von einer Art von Computer, die gleichzeitig indiviueller und doch weniger persönlich (personal) ist.

Die kommerzielle Umsetzung dieses Trends ist an den sich überschlagenden Entwicklungen bei der Technologie der Personal Digital Assistants (PDAs), wie etwa des Apple Newton und EO, zu ersehen. Xerox PARC sieht eine Ära voraus, in der ein Mensch zehn oder zwanzig Computer haben wird - genau wie er zehn oder zwanzig Bücher, Magazine, und Notizblöcke usw. an verschiedenen Plätzen offen und bereit hält - die alle einen Zugriff auf denselben Pool an Informationen haben und damit kommunizieren können. Wenn diese Geräte genau so verbreitet sind wie Papierzettel, dann sind sie so individuell wie der Notizblock, auf dem Sie die Lücken in meiner Argumentation notieren, und der ja auch nur in dem Sinne persönlich ist, dass sie gerade auf diesen einen schreiben. Sobald sie die beschriebenen Zettel abreissen, ist es wieder nur ein normaler Notizblock.

Wenn Computer einmal ebenso allgegenwärtig und so universell kommunikationsfähig sein werden, dann geht es nur noch darum, wer Sie sind und nicht welchen Computer sie benutzen. Ein Computer wird dadurch, dass Sie ihn aktivieren und sich identifizieren (durch Einführen der Unicard in den Cardslot) zu "Ihrem Computer" -- er gewährt Ihnen Zugriff auf all ihre Dateien, Privilegien usw. Wenn Sie ihn abschalten hört er auf "Ihrer" zu sein und wird wieder "nur ein Computer", wie auch jeder Block mit unbeschriebenem Papier "nur ein Notizblock" ist.

Ubiquitous Computing tritt auch in ganz unerwarteten Bereichen auf, sogar im etwas klobigen Xerox PARC Prototypen. PARCs Äquivalent zur Unicard wird "Tag" genannt -- es ist eine eindeutige Identifikation für ein Individuum. Die Fähigkeit dieser Tags, sie aus der Ferne auszulesen (eine verbreitete Fähigkeit etwa bei Werksausweisen für Mitarbeiter), erlaubt es Telefonanrufe für eine Person automatisch zum naheliegendsten Telefonapparat umzuleiten, oder Benachrichtigungen für das Eintreffen von E-Mails, Faksimiles oder Mailbox-Nachrichten auf einer Anzeigentafel in dem Raum darzustellen, in der die jeweilge Person sich gerade aufhält -- oder auch auf einem tragbaren UniPad. Der aktive Werksausweis, der es erlaubt die Position von Personen im gesamten Bereich, in dem Sensoren installiert sind, zu verfolgen, ist ein kommerzielles Produkt und verfügbar von der Firma Olivetti [3].

Diesen Trend bei Personal Digital Assistants kann man ausführlich bei Doonesbury verfolgen (www.doonesbury.com, Vermutung d.Übers.). Persönliche Kommunikatoren, die eine identifizierung der Personen, drahtlose Kommunikation und andauernde Verfolgung des Aufenthaltsortes erlauben, gehören zum allgegenwärtigen und unauffälligen Inventar bei Star Trek: The Next Generation [6]; Der Leser sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass nur weil etwas bei Star Trek zu sehen ist dies nicht automatisch bedeutet, dass es gegenwärtig nicht realisierbar sei.

Trends: Universeller Internetzugang

Das Internet verbindet gegenwärtig (1994, Anm.d.Übers.) mehr als 6 Millionen Computer und mehr als 20 Millionen Personen. In den letzten Jahren hat sich die Zahl der Menschen mit Zugriff auf das Internet in jedem Jahr verdoppelt. Die meisten Beobachter erwarten, dass sich dieser Trend in der voraussehbaren Zukunft fortsetzt bis zu dem Punkt, an dem ein Internetzugang genau so selbstverständlich verfügbar ist, wie ein Telefon mit der Möglichkeit weltweit Anrufe zu erledigen (wobei diese Verfügbarkeit sehr stark zwischen der Ersten und der Dritten Welt variiert -- und ich erwarte, dass die Verfügbarkeit von Internetzugängen in ähnlicher Weise dieser Verteilung folgen wird).

In den vergangenen Jahren verwandelte sich für jede Organisation, die mit Wissenschaft und Technologie zu tun hat, der direkte Internetzugriff von einem ausgefallenen Luxus zu einer schlichten Notwendigkeit. Die Institutionen und Firmen, die aus Furcht oder aus einem Misserständnis der Ökonomie heraus noch keinen eigenen Anschluss an das Internet haben, werden aktuell noch von ihren Mitarbeitern getragen, die persönliche Accounts bei kommerziellen ISPs wie Panix, Metronet, Netcom, The Well, EUnet usw. haben. In dem Maße, wie direkte Hochgeschwindigkeitsanschlüsse an Bedeutung gewinnen, werden diese übervorsichtigen und unter Platzangst leidenden Organisationen auf der Datenhalde der Geschichte landen, direkt neben den Unternehmungen des frühen 20ten Jahrhunderts, die das Telefon nur für eine unnütze Ablenkung hielten.

Gleichzeitig mit dem Ausbau und der Erhöhung der Bandbreite der Internet-Backbones hat sich auch die Reichweite des globalen Datennetzwerkes erweitert. Die Integration von X.25 Verbindungen der letzten Generation in die ISDN Dienste hat diesen paketvermittelnden Dienst im grössten Teil Europas und (später) auch in den beiden Amerikas dem Nutzer so nahe gebracht wie die nächste Telefonbuchse. Die meisten Länder der Ersten Welt haben nun mehrere Internet-Serviceprovider, die jedem Kunden mit einem Modem Dial-Up SLIP oder PPP Verbindungen direkt ins Netz erlauben. Das Aufkommen von 56kbit/s Modems verspricht diesen Dienst auch in den Gebieten zu verbreiten, die noch nicht von ISDN bedient werden können.

Die Asymmetrie der Bandbreite bei der Internetnutzung durch Individuen (hohe Bandbreite eingehend, geringe Bandbreite ausgehend) selbst führte zu asymmetrischen Lösungen. Im Westen bietet PageSat einen Satelliten-Downlink für NetNews und elektronische Post an, der lediglich einen unauffälligen 63cm Spiegel für den Empfang benötigt [11]. Einige Kabelfernsehanbieter (die reichlich Bandbreite zur Verfügung haben) bieten ihren Abonnenten eine 10Mbit/s Internetanbindung über das Kabel an.

So wie die Anwendungs- und die Bandbreite des Internet in den letzten Jahren gewachsen ist, wird auch seine Allgegenwärtigkeit in den nächsten Jahren ansteigen. In der San Francisco Bay-Area ist ein drahtloser, bidirektionaler Internetzugang mit 19,2kbit/s bereits verfügbar. Sie können NetNews lesen während sie mit dem Hund spazieren gehen oder im Stau stecken. Der welteite Ausbau digitaler Kommunikationszellen (GSM im grössten Teil der Welt, eine inkompatible aber vergleichbare Variante in den USA und ihren technologischen Kolonien) wird einen drahtlosen mobilen Zugriff auf das Netz mit 56kbit/s überall da erlauben, wo man auch ein Mobiltelefon nutzen kann. Der Stapellauf von Motorolas Iridium (und/oder anderer, konkurrierender LEO COMSAT Schwarmsysteme) wird den Netzwerkzugang, wenn auch mit geringerer Bandbreite, an den entferntesten Plätzen des Globus verfügbar machen. Ein Mitglied einer Expedition, die den Mount Erebus in der Antarktis besteigt, kann seine Unicard in ein PDA mit Iridium-Fähigkeit einstecken und Bilder, die Sekunden vorher mit der PDA-Kamera geschossen wurden, an einen Kollegen schicken der bei einem Projekt für Bohrungen am Eisschild Grönlands beteiligt ist. Wenn beide sich mit ekeliger Ruckelei und klötzchenhaften MPEG Artefakten abfinden, können sie direkt im Anschluss über eine Bildtelefonverbindung die Bilder diskutieren.

Das kommende Zeitalter des Internet in der öffentlichen Wahrnehmung wurde auch durch sein Auftauchen bei Doonesbury und in The New Yorker signalisiert.

Trends: Drahtlose Technologien

Die ursprüngliche Befreiung von den Kabeln, die durch die erste Generation der Mobiltelefone stattfand, hat eine Flut von drahtlosen, ortsungebundenen Geräten hervorgerbacht. Ob durch Funknetz-Zellen, Satelliten im niedrigen Erdorbit, Breitband UHF oder durch LAN-Verbindung über diffuses Infrarot innerhalb von Gebäuden, es entstehen immer neue Technologien, die es kleinen, autonomen Objekten erlauben, auf globaler Ebene und ohne Drähte miteinander zu kommunizieren.

Trends: Public Key Kryptographie und Digitale Signaturen

Es ist schwer zu glauben, aber es ist beinahe zwanzig Jahre her seit die Public-Key Kryptographie geboren wurde. Erst in letzter Zeit gab es einige grundlegende Veränderungen, die schliesslich diese Technik als praktikabel erscheinen liessen und sie in den Bereich der Wahrnehmung einer grösseren Anzahl von Nutzern brachte.

Von Beginn an versprach die Public-Key Kryptographie die Lösung für eines der schwierigsten Probleme der Sicherheit bei der Informationsübermittlung: Sichere Kommunikation zwischen zwei Fremden, ohne vorherigen Schlüsseltausch und ohne verifizierbare digitale Signaturen. Das schien sehr erstaunlich zu sein. Die Public-Key Kryptographie nahm die Existenz von "Trap-Door" Funktionen an -- mathematischen Funktionen, die in eine Richtung leicht zu berechnen, in der anderen aber unlösbar sind.

Da es keine einfachen Beweise dafür gibt, dass eine gegegebene Berechnung das Kriterium einer Trap-Door Funktion erfüllt, bleibt den Entwicklern solcher Systeme nichts weiter übrig als einen Kandidaten zur kritischen Untersuchung durch die Community der Mathematiker zur Verfügung zu stellen um so feststellen zu lassen, wie robust die Funktion ist.

In den letzten Jahren hat sich ein Konsens herausgebildet: Trap-Door Funktionen, die auf der Primzahl-Faktorisierung sehr grosser Zahlen beruhen, sind sicher gegen vorhersehbare Angriffe.

Seltsamerweise beruht die Akzeptanz bei diesem Konsens aus einer Bemühung, die als Ziel die Beschränkung des freien Zugangs zu Verschlüsselungstechniken hatte und die Regierungen die Macht zur Umgehung des Rechts des einzelnen auf Privatsphähre durch einen Gerichtsbeschluss entziehen wollte. Der von den USA vorgeschlagene "Clipper Chip" [5] ist eine in Silizium ausgeführte Realisierung des Public-Key / Private-Key Verschlüsselungsverfahrens. Die für dieses Verfahren vorgeschlagene Schlüsselhinterlegung ("key escrow") ist eine Sammlung der privaten Schlüssel, auf die bei Bedarf im Interesse einer Überwachung, aber erst nach einem strikten Prozedere rechtlicher Rahmenbedingungen, Zugriff gewährt werden kann.

Wenn "Public-Key / Private-Key" Verschlüsselungsverfahren nicht sicher wären, gäbe es keinen Grund die Nutzer dieser Systeme mit "Key Escrow" zu drangsalieren -- die Organe der Inneren Sicherheit könnten die Schlüssel einfach selbst knacken und die E-Mail von jedermann lesen. Die schlichte Existenz des "Key Escrow" bestätigt, dass wir "wir sie nun haben": Es gibt eine Verschlüsselungstechnik die so berechnungsintensiv ist, dass nicht einmal die "Codebreaker" sie einfach knacken können und die deswegen gezwungen sind eine gesetzliche Regelung zu fordern, die ihnen weiterhin das Lesen unserer E-Mail erlaubt.

Selbst deutlich weniger sichere Techniken zur Verschlüsselung als die Public-Key Verfahren werden von den Geheimdiensten der Grossmächte als Bedrohung angesehen. Der vor kurzem erfolgreich umgesetzte Versuch, die Abhörsicherheit bei der Standardisierung der digitalen GSM Mobiltelefone auf ein gewisses Maß einzuschränken, ist ein deutlicher Beweis dafür (und eröffnet dem aufmerksamen Beobachter einen Anhaltspunkt zur Bewertung der gegenwärtigen Leistungsfähigkeit von in Echtzeit arbeitenden Entschlüsselungstechniken).

Trends: Globale Positionierungs Systeme (GPS)

Genau wie die globalen Kommunikationsmöglichkeiten, die in ein einheitliches Netzwerk integriert sind, es unmöglich gemacht haben irgendwo auf der Erde "ohne Anschluss" zu sein, so hat die Fertigstellung der globalen Konstellation von Navigationssatelliten (GPS der USA und GLONASS der Russen) es unmöglich gemacht "verloren zu gehen". Ein tragbarer GPS-Empfänger, der nicht grösser als ein Walkman sein muss, erlaubt es jedem überall auf der Welt seine Position auf 100 Meter genau zu bestimmen. Sollte eine Entspannung der militärischen Lage eintreten und/oder die Forderungen der Nutzer von Luftfahrtnavigation den restriktiven Zugang zu den genaueren, militärischen GPS Signalen durchsetzen, dann ist eine Abweichung von nur 10 Metern möglich.

Differenzielle Techniken, bei denen ein GPS-Empfänger mit lokalen Stationen kommuniziert deren präzise Koordinaten bekannt sind (z.B. der Sender der nächsten Mobiltelefon-Funkzelle), erlauben ohne weiteres eine Genauigkeit von 5 Metern auch ohne die Nutzung der militärischen Signale. Es gibt Experimente der NASA im Langley Forschungszentrum, die mit einer Boeing 737 eine erreichbare Genauigkeit von 2 Metern nachgewiesen haben, wobei eine Genauigkeit von 1 Meter für erreichbar gehalten wird.

Falls Sie schon mit GPS-Empfängern gearbeitet haben, konnten Sie sicherlich auch selbst schon beobachten, dass diese nicht funktionieren, wenn die Antenne nicht eine weitgehend unbehinderte Sicht auf den Himmel hat. Da die Hauptanwendungsgebiete für GPS die Schiffahrts- und Luftverkehrsnavigation sind, stellt diese Einschränkung kein Problem dar -- die Boote der Navy sind nur sehr selten in den betonierten Kanalanlagen von Gotham City unterwegs. Für eine weitreichendere Nutzung, wie etwa in automobilen Navigationssystemen, werden Techniken entwickelt, die GPS für diese Andwendungsfälle ergänzen oder ersetzen. Das sind etwa Systeme mit Transpondern, aktive Navigationssatelliten in erdnahen Orbits (eventuell "Huckepack" auf Kommunikationssatelliten wie IRIDIUM) und die am Boden stationierten "Pseudoliten", die in Stanford [2] entwickelt werden. Es sind dies 5x7,5 cm kleine Platinen mit Schaltkreisen und Antennen, die ein hochgenaues und GPS-kompatibles Signal in einem lokalen Bereich aussenden. Geologische Satelliten sowohl der USA, als auch der Russen, enthalten heute Empfänger für das SAREX [10] System, das einen Lokalisierungsdienst für diejenigen bietet, die Such- und Rettungsaktionen in entfernten Gebieten durchführen. SAREX hat bereits, vor allem in der Arktis, zahlreiche Leben gerettet.

Unicard Utopie

Es ist der 20. Juli 2004 und es ist erst fünf Jahre her, dass das Unicard Konsortium die Unicard in Testmärkten, verteilt über den ganzen Globus, eingeführt hat. Schlechtgemacht durch einen "Profilbericht" auf den Technologieseiten des Wall Street Journals nur einen Monat vor ihrer Einführung, wurde das ursprünglich geplante Angebot einer öffentlich verfügbaren Unicard zurückgezogen. Die Hoffnung des Konsortiums dabei war, die Glaubwürdigkeit (und den Wert) durch den Beweis wiederherzustellen, dass die Unicard eben nicht die "Schnüffelkarte" oder die "Kontoabräumkarte" aus der Beschreibung des Wallstreet Journal Artikels sei.

Im Rückblick auf diese fünf Jahre ist es schwer sich vorzustellen, dass so wenige Investoren an die Unicard glaubten, dass als das Konsortium schliesslich 1999 an die Börse ging, der Aktienausgabepreis - inklusive folgender Aktiensplits - weniger als zehn Cent betrug. Es ist noch schwieriger sich eine Welt ohne Unicard vorzustellen. Denn was ist die heutige Unicard anderes als ein Mitgliedsausweis, der jeden Bürger der Erde identifiziert und so viele schwierige Probleme der Zivilisation, die viele Jahrhunderte bestanden, einfach in einem Rutsch beseitigt?

Mit der Unicard schliessen sich Türen von selbst in dem Moment auf, in dem Sie die Hand auf den Türknauf legen, bleiben aber vor Eindringlingen verschlossen. Der Anlasser ihres Autos funktioniert nur für die Leute, die autorisiert sind den Wagen zu fahren. Sie sind befreit vom Zwang Bargeld mit sich herumzutragen, Kreditkarten, Führerscheine, Fahrzeugpapiere, Versicherungsscheine, Ausweise und all diesen Kram -- sie benötigen all das nicht mehr, solange sie die Unicard haben, und die haben sie immer. Würden sie denn ansonsten -- ohne all die Dinge, die die Karte ersetzt -- überhaupt vor die Türe gehen?.

Die Angst vor Diebstahl gehört der Vergangenheit an. Wenn Sie die Unicard verlieren oder jemand dumm genug ist, sie zu stehlen, rufen sie einfach die 119 von irgendeinem Telefon aus an -- es wird keine Unicard dazu benötigt -- und lassen die alte Karte sperren. Sie können ihre neue Karte bei jeder Post oder Bank innerhalb einer Stunde abholen. Ein Betrüger, der versucht die von ihnen gestohlene Karte zu nutzen, wird seinen Aufenthaltsort mit jeder ausgeführten Transaktion verraten, wobei die Strafverfolger den Schurken immer enger umzingeln. Und das Unicard-Sicherheitsnetzwerk entschädigt jeden Unicardnutzer für alle Verluste, die durch Diebstahl oder Betrug mit seiner Karte entstehen.

Mit der Ankündigung von Unicard IV, die am 20. Juli 2002 veröffentlicht wurde, wurde ein grosser Schritt hin zu Freiheit durch Sicherheit TM getan. Ausgerüstet mit einem Kleinsender geringer Leistung brauchte die Unicard IV vom Besitzer nicht einmal mehr vorgezeigt oder durchgezogen zu werden, ausser bei Lesegeräten der alten Generation. Erinnern Sie sich an all die Jahre, in denen Sie Zeit in der Warteschlange ihres Supermarkts verplemperten und zusahen, wie ihr gesamter Einkauf computererfasst wurde und sie dennoch am Schluss mit Quittungen und Münzen herumhantieren mussten? Wie natürlich ist es im Vergleich dazu heute, wo sie einfach an der Kasse vorbei gehen können und die Unicard in ihrer Tasche automatisch das von ihnen ausgewählte Konto mit dem Preis für den Einkauf belastet.

Toll-Collect Einbuchungsgeräte, Einreisewarteschlangen auf den Flughäfen, Sicherheitsschleusen in den Firmen und die Angestelltenausweise sind verschwunden wie Morgentau in der Sonne Dank der Unicard. Unicard ist nicht mehr nur ein einfaches "Sesam öffne dich" für verschlossene Schranken, sondern vielmehr eine unsichtbare Kraft, die alle Schranken obsolet und unnötig macht.

Wie viele Eltern erinnern sich an die Angst vor einer Kindesentführung noch vor der Einführung der Unicard? Nun ist die Unicard einfach in die Kleidung des Kindes eingenäht und es geht nie mehr verloren -- ein einfacher Anruf bei ihrem lokalen Unicardbüro oder bei der nächsten Polizeistation, abgesichert durch ihre Eltern-Unicard, liefert ihnen direkt den Aufenthaltsort ihres Kindes. Keine verlorengegangenen Kleinkinder mehr -- ein einfacher Scan ihrer Unicards identifiziert den am nächsten stehenden Elternteil und schickt automatisch einen Anruf an sein Mobil- oder Festnetztelefon, oder wenn sie beides nicht haben sollten an das nächstliegende öffentliche Telefon. Um die Wirkung der Sicherheit die Unicard bietet noch zu erhöhen, entscheiden sich viele Eltern nun dafür, ihren Babies direkt nach der Geburt einen Chip, der kompatibel zur Unicard ist, subkutan anbringen zu lassen. Die Technik der Implantation ist seit über 20 Jahren im Bereich der Veterinärmedizin auf Verträglichkeit getestet und bei gegenwärtig mehr als 15 Millionen Implantaten könnte die Unicard als separat getragene Karte bereits in absehbarer Zeit überflüssig werden. Das Unicard-Konsortium versteht aber, dass sich viele Menschen mit dem Konzept des Identitätschips unwohl fühlen und kümmert sich so zwar um die Kompatibilität zwischen Unicard und den Implantaten der anderen Konsortiumsmitglieder, spricht sich aber weder für noch gegen die Implantation selbst aus. Das Unicard-Konsortium ist strikt gegen jeden Versuch von Konzernen oder Regierungen, die Implantate verpflichtend einzuführen.

Mit Annahme der Konvention zum Zeugnisrecht durch die Vereinten Nationen im Jahre 1998 und mit der folgenden Umsetzung in nationales Recht, zuerst in der Republik Kalifornien im Jahre 1999 und später (2001) in den gesamten Vereinigten Staaten und der Europäischen Union, musste jeder Bürger und jeder Einwohner der Unterzeichnerstaaten gesetzlich gültige Dokumente zur Identifizierung stets bei sich tragen. Unicard war selbstverständlich lediglich eine Alternative zu den nationalen Ausweispapieren, aber in der Praxis wurde Unicard wegen ihrer überzeugenden Vorteile die Karte der Wahl bei 998 von 1000 US- und EU-Bürgern. Die Umsetzung dieser UNCC (United Nations Convention on Credentials) führte zu einer drastischen Einschränkung der Möglichkeiten überhaupt noch Straftaten zu begehen, da das Nichtmitführen von Ausweispapieren zu einem Verhaftungsgrund wurde und jedes Individuum genau eine einzige Unicard (oder einen nationalen Ausweis) mit sich tragen musste. Die Daten dieser Karte konnten im Verdachtsfall mit einer Datenbank der Personendaten abgeglichen werden. Das praktisch vollständige Verschwinden von Bargeld in den ökonomisch hochentwickelten Ländern führte zu einer raschen Lokalisierung und Festnahme von Kriminellen, deren Unicard ID durch eine Gerichtsanordnung "markiert" war -- wenn jemandes Unicard blockiert wurde blieben ihm wenige Alternativen dazu, sich freiwillig den Behörden zu stellen.

Der Unigate Skandal des Jahres 2000 war ein schwerer Rückschlag für das Unicard-Konsortium, aber er stärkte es - im Laufe der Zeit - und stellte das Vertrauen der Öffentlichkeit in die garantierte Privatsphäre wieder her, auf der das "Freiheit durch Sicherheit" Konzept von Unicard beruhte. Bei Unigate hatten Unicard Netzwerkmanager der unteren Ebenen Daten über Einkäufe von Luxusgütern aus den Archiven und Sicherungskopien der Daten extrahiert und sie an Werbeversender verkauft. Sie deckten so Schwachpunkte sowohl im Management, als auch in der Technik auf, die im Anschluss durch das Konsortium behoben wurden, das so in vollem Umfang die Forderungen einer Sonderkomission des EU Parlamentes, sowie die Ergebnisse einer internen Untersuchungskomission erfüllte. Ohne den Versuch zu machen, die Schwere der aufgetretenen Sicherheitslücke zu beschönigen, wies Unicard auf die in den 1980er und 1990er Jahren übliche Praxis der Kreditkartenunternehmen hin, solche Daten über ihre Kunden routinemässig zu sammeln und zu vermarkten. Unicard zeigte sich stolz auf fünf Jahre Betriebszeit und Milliarden von Transaktionen, Bankauszügen, Gesundheitsinformationen, Reisedaten, Steuerinformationen, private Schlüssel zur verschlüsselten Kommunikation oder eines der vielen anderen Dinge, die Unicardnutzer mit ihrer Karte im Zugriff hatten und die vollständig abgesichert waren, geschützt gegen unberechtigten Zugriff und durch eine zwischen Unicard und den Jurisdiktionen der Heimatländer der Unicardbesitzer ausgehandelte Schlüsselhinterlegung abgesichert.

Schliesslich hat Unicard auch für mehr als 99% seiner Kartenbesitzer die Notwendigkeit des Ausfüllens einer Einkommensteuererklärung abgeschafft. Durch die einfache Tatsache, dass alle steuerrechtlich bedeutsamen Transaktionen über die Unicard abgewickelt werden, können vom Kartenbesitzer ausgewählte Steuerbüros oder Buchhaltungsfirmen gegen eine angemessene Gebühr die vollständignen nationalen und lokalen Steuererklärungen für den Kartenbesitzer übernehmen, wobei die Gut- oder Lastschriften direkt mit dem vom Nutzer ausgewählten Girokonto verrechnet werden. Die Vereinigten Staaten schätzen, dass die Einführung der automatischen Steuerabrechnung mit Unicard eine Nettosteigerung der Produktivität im Wert von mehr als 100 Milliarden US-Dollar pro Jahr erbracht und gleichzeitig mehr als 50 Milliarden US-Dollar an Steuerbetrügereien unterbunden hat. Mit den Worten des Treasury Secretary der USA hat "Unicard eine entscheidende Rolle bei der Beseitigung von Haushaltslöchern im Budget Amerikas gespielt".

Die Überall-Unicard

Das Unicard-Konsortium bereitet zusammen mit Industrie-Organisationen, nationalen und internationalen Standardisierungsgremien, sowie mit individuellen Herstellern den nächsten grossen Schritt in der Vereinheitlichung des Universums durch Unicard vor. Die Überall-Unicard V wird im Jahr 2005 in die Pilotphase gehen, wobei die Bekanntgabe der Spezifikation des endgültigen Standards für den 20. Juli 2007 erwartet wird. Der offizielle Start ist für den 20. Juli 2009 geplant und zu diesem Termin sollten bereits viele Produkte am Markt sein, die mit der Unicard V kompatibel sind.

Die ursprüngliche Unicard diente zur Identifikation von Menschen. Die Überall-Unicard V generalisiert diesen Ansatz nun in dem Sinne, dass mit den Worten des Originalvorschlages "jeder Gegenstand, jeder Stoff und jeder Prozess der Stimuli erzeugt oder wahrnimmt eine eindeutige Unicard-ID erhält und so, durch die Teilnahme am Unicard Prinzip der Freiheit durch Sicherheit, in die Lage versetzt wird mit Menschen und ebensolchen weiteren Objekten zu interagieren."

So wie nur wenige sich vorstellen konnten, wie sehr die ursprüngliche, persönliche Unicard die Welt verändern würde, so begreift heute nur eine kleine Gruppe von Visionären der Technologieentwicklung das tatsächliche Potential der Unicard V. Lassen Sie uns einen Versuch starten, einiges ihrer freudigen Erwartungen für diese herannahende Welt einzufangen, indem wir einen vorausschauenden Blick darauf werfen.

Jede Person besitzt eine Unicard, aber das ist so selbstverständlich, dass es keiner besonderen Erwähnung mehr bedarf. Nun aber besitzt auch alles andere eine Unicard -- Autos und Flugzeuge, Fernsehgeräte und Telefone, Mikrowellenöfen und Mixer; Lichtschalter und Lampen, Lautsprecher und Verstärker, Thermometer und Mikrometerschrauben, elektrische Bohrmaschinen und Kaffeemühlen, jedes Ding ist mit einer eigenen Unicard versehen. Es sind dies keine physischen Unicards, so wie wir sie jetzt kennen, sondern eher ein Adressbereich innerhalb des Unicard-Universums, der es jeder Steuerung erlaubt Nachrichten auszusenden und der jede Aktion eines Gerätes durch den Empfang solcher Nachrichten steuern lässt -- überall auf der Erde und darüber hinaus.

Stellen Sie sich vor, sie hätten eine neue Tür zwischen dem Wohnzimmer und dem Esszimmer eingebaut und sie möchten nun einen Lichtschalter nahe der Tür anbringen, um damit die Lampen des Wohnzimmers zu schalten. Rufen Sie einen Elektriker an? Nicht mit der Überall-Unicard V. Gehen Sie einfach in den nächsten Laden und kaufen Sie einen Lichtschalter mit dem Unicard V Logo auf der Verpackung. Nehmen Sie ihn mit nach Hause, packen Sie ihn aus und bringen Sie ihn an wo immer sie wollen. Betätigen Sie den Schalter einige male und wenn Sie sich dann die Unicard-Umgebung ihres Hauses auf dem Display anzeigen lassen, taucht darauf der Schalter auf, der mit nichts verbunden ist. Ziehen Sie nun auf dem Display eine Linie vom Schalter zur Deckenbeleuchtung des Wohnzimmers und das war's. Sie möchten, dass die Stereoanlage sich stumm schaltet, wenn Sie den Telefonhörer abnehmen? Ziehen Sie eine Linie vom Gabelschalter des Telefons, den Sie sehen können, wenn Sie sich die Unicard-IDs ihres Telefons ansehen, hin zum Stummschalter an der Frontseite der Stereoanlage.

Wie wäre es mit einem Panikschalter, der gleichzeitig alle Lichter des Hauses anschaltet? Bringen Sie den Schalter an und verbinden Sie ihn mit den "Ein" Nachrichteneingängen aller Lampen im Haus. Wäre es nicht praktisch, wenn dieses Einschalten auch automatisch geschähe, falls einmal der Rauchmelder ausfällt? Ziehen Sie eine weitere Linie und sie haben es schon genau so. Suchen Sie immer vergeblich nach der Parklücke, in der Sie ihr Auto abgestellt hatten? Ziehen Sie eine Linie von einem Button auf ihrem PDA zu den Lampen ihres Autos und sie können die Lichter per Button-Klick aufblinken lassen.

Die Überall-Unicard V wird Sie nicht nur die Verbindungen und Verknüpfungen zwischen physischen Objekten in jeder ihnen beliebenden Weise definieren lassen, sie wird weitgehend den Unterschied zwischen anfassbaren Objekten und Software verschwinden lassen. Der Knopf, Schalter, Hebel oder Regler, der reale Objekte aktiviert oder einstellt, kann ebensogut ein Software-Button auf einem Computerbildschirm irgendwo auf der Welt sein, oder ein Kontrollelement, das nicht nur von Menschen, sondern auch von Programmen aktiviert werden kann. Andersherum können Steuerelemente und Sensoren der realen Welt Lämpchen, LEDs oder Analoganzeigen in einer Software bedienen, sie können die Eingangsdaten für Programme liefern oder die Ausführung von Software-Agenten irgendwo auf der Welt veranlassen, die auf diese Signale wiederum reagieren.

Um mit den Worten des Design-Teams der Überall-Unicard V zu sprechen "Wir schaffen die Unterscheidung zwischen Hardware und Software ab. Wir lassen Menschen ihre Umgebung auf jede Art die sie wünschen neu definieren, wir lassen sie neue Wege erfahren, wie sie mit der Welt um sich herum interagieren können." Wie nie zuvor stellt die Überall-Unicard V eine Herausforderung an das Unicard Prinzip Freiheit durch Sicherheit dar. Die Unicard V wird nicht akzeptiert werden, bevor nicht ein absolutes Vertrauen in eine Sicherheit gegen jeglichen Missbrauch der Unicard erwachsen ist. Die Menschen werden keine Unicard V kompatiblen Geräte aufstellen, wenn sie nicht fest darauf vertrauen, dass es für Teenager-Hacker in Hong-Kong unmöglich ist jedesmal ihre Toilettenspülung zu betätigen, wenn ein Taxifahrer in Kairo seine Hupe betätigt -- oder dass es für ihre neugierigen Nachbarn unmöglich ist, den Mikrofonausgang Ihres Telefons an den Mikrofoneingang des Kassettenrekorders der Nachbarn anzuschliessen. Ganz sicherlich werden auf Unicard V basierende Verbindungen zwischen den Cockpitanzeigen und den Kontrollen eines Flugzeuges und seinen Motoren erst dann die bestehenden draht- oder lichtleitergebundenen Protokolle ersetzen, wenn die Zertifizierungsbehörden sie als in der Sicherheit höher einstufen als die Systeme, die sie ersetzen. Das Unicard-Konsortium hat diese Herausforderung erkannt und so einen sehr konservativen Zeitplan für das Design, die Validierung, den Pilottest und die Markteinführung der Unicard V aufgestellt. Sie haben von Beginn an die Regierungen und Vertreter der Industrie in die Planungen mit einbezogen, um so Bedenken wegen der öffentlichen Sicherheit, der Menschenrechte, der Rechtsdurchsetzung und der nationalen Sicherheit in die endgültige Spezifikation des Designs einfliessen zu lassen.

Die Designer der Unicard haben in ihrer Voraussicht eine 512 Bit lange eindeutige Identität für jede Karte vorgesehen. Im Lichte der historischen Probleme mit dem Adressraum bei Internetadressen, bei der Zuteilung von Telefonnummern und bei Kollisionen in anderen Namensräumen entschieden sich die Unicard-Designer für eine unbegrenzte Zukunft. Man nimmt an, dass das Universum etwa 1080 Protonen enthält; bereits ein Adressraum von 266 Bits würde es erlauben, jedem Proton des Universums eine eigene Unicard-ID zuzuweisen. Da es kein bekanntes physikalisches Prinzip gibt, das eine solch riesige Menge an Information kodieren könnte, ohne dafür selbst wesentlich mehr Protonen zu benötigen, sollte eine Adresse dieser Länge für alle Zeiten ausreichend sein. Die Wahl des gigantisch viel grösseren 512 Bit Adressraums (das entspricht 10154 Adressen) erlaubt es ganze Adressbereiche im Interesse einer dezentralisierten Herausgabe der Adressen aus dem Gesamtbereich zu "verschwenden" -- und sie erlaubt weiterhin die Einführung von Redundanzen in den Identitäten, die dabei helfen, das System vor Bit-Fehlern zu schützen. Ein Zeichen der Bescheidenheit der Unicard-Designer im Angesicht der Unendlichkeit ist ihre Entscheidung, das 2511-Bit als Markierung dafür zu reservieren, dass - wenn es 1 ist - die nun folgende ID 1024 Bits enthält.

Die Rückseite der Unicard

Jeder Schritt in der technologischen Weiterentwicklung unserer modernen Welt wurde von denen abgelehnt, die darin eine Bedrohung für den Lebensstil sahen, an den sie sich gewöhnt hatten. Fortschritt ohne Veränderungen ist unmöglich und Veränderungen führen unausweichlich zu Unzufriedenheit, speziell bei denen, die ihren Weg bereits festgelegt haben. Ja, ohne Fortschritt würde unsere Gesellschaft stagnieren und vielleicht völlig in der Hand derer verschwinden, die mehr dazu bereit sind die Zukunft zu gestalten.

Obwohl die Unicard keinen revolutionären Umbruch darstellt, sondern mehr die Integration bereits existierender Instrumente in eine kleine Karte, sehen einige die Unicard als einen beispiellosen Angriff auf ihre Bürgerrechte und ihre Privatsphäre an. In Wirklichkeit ist die Unicard in dieser Beziehung neutral. All die Garantien für ein Recht auf Privatsphäre, die es bereits vor der Unicard gab, existieren unverändert weiter. Die Sicherheit der Kommunikation und das Recht auf Vertraulichkeit der Gesundheits- und anderer persönlicher Daten werden, wenn überhaupt durch Unicard verändert, dann noch gestärkt. Da jegliche Kommunikation, in welcher Form auch immer, die von einer Unicard empfangen oder zu ihr gesendet wird mit einem unknackbaren Verfahren verschlüsselt ist, können sich gesetzestreue Bürger darauf verlassen, dass ihre privaten Daten auch privat bleiben. Nur in einem rechtsstaatlich gesicherten Prozess der Festellung möglicher Gründe für eine Schlüsselaufdeckung, etwa im Falle der Ausforschung von terroristischen Umtrieben, Drogenhandel, Geldwäsche oder Steuerhinterziehung, dürften die hinterlegten Schlüssel an Strafverfolger herausgegeben werden.

Die Möglichkeit zur Verfolgung des aktuellen Aufenthaltsortes eines Unicard-Besitzers, sowohl inhärent als auch indirekt durch das Sammeln der Daten von finanziellen Transaktionen und -- in jüngerer Zeit -- durch das rechtlich abgesicherte Sammeln von Daten durch die ScannerPosts sowie Positions-Pings von unicardkompatiblen PDAs, wurde oft als neuartige und ausgesprochen zudringliche Form einer Invasion in die eigene Privatsphäre durch Unicard angeführt. Es gibt aber demgegenüber kein Beispiel irgendeiner menschlichen Kulturzeit, vom Code Hammurabi bis Heute, in der ein Recht auf die Privatsphäre von Bewegungen gewährt worden wäre. Im Gegenteil haben Gerichte vielfach die Legalität der Erfassung von Bewegungen bestätigt, wenn eine solche Überwachung im Rahmen rechtlicher Massnahmen notwendig war. Das höchste Gericht der USA hat im Fall Carlyle gegen O'Ryan im Jahre 2003 entschieden, dass die Möglichkeit mittels Unicard den Aufenthaltsort und die Bewegungen einer Person festzustellen, ob in Echtzeit oder im Nachhinein, keine Verletzung der Verfassungsgarantie auf ein "Recht zur friedlichen Versammlung" darstellt. Der höchste Richter führte im Namen der Mehrheit der Richter aus: "Das Recht auf Privatsphäre begründet kein Recht auf anonyme Bewegung in der Öffentlichkeit. Diese Technik verletzt, in Anbetracht der hohen Auflagen, die zur Herausgabe von Informationen notwendig sind, keines der verfassungsrechtlich garantierten Rechte, sondern erlaubt die Erhebung zulässiger Beweise für die Bewegungen von Personen in Fällen von Verschwörungen oder anderen zivil- und strafrechtlich begründeten Fällen."

Die mit Unicard möglichen Verfolgungen der Aufenthaltsorte von Personen, die durch rechtsstaatliche Verfahren vor einer Herausgabe geschützt sind, geben Strafverfolgern die Werkzeuge in die Hand, die sie benötigen, um willkürliche Gewaltakte, Drogenhandel, Terrorismus von Ausländern und weitere Verbrechen gegen die Gesetze achtende Bürger zu verfolgen, ohne dabei die Rechte dieser gesetzestreuen Bürger zu verletzen. [5, 7].

Wo sind sie heute?

Der Stand der Entwicklung der notwendigen Technologien für die Unicard zu Beginn des Jahres 1994 sei im Folgenden kurz aufgeführt.

Computer mit verteilten Datenbanken und Transaktionen:
Sie existieren heute. Unicard benötigt ein System, das nicht komplexer ist als heutige Flugreservierungs-, Bankauszahlungs- oder Kreditkartensysteme. Unicard würde sicherlich in ähnlicher Weise implementiert werden wie heutige Videotext-Systeme, wobei Unicard nur den Backbone und die Gateways zu den Servern anbieten würde, die selbst von verschiedenen Einrichtungen betrieben würden.

Globale Positionierungs Systeme:
Die GPS und GLONASS Konstellationen arbeiten in einer Weise, dass durch die Raketenstartmöglichkeiten und die Erweiterungsmöglichkeiten durch freie Plätze im Orbit beide Systeme als zuverlässig angesehen werden können. Bedenken wegen der politischen und ökonomischen Stabilität in Russland und Befürchtungen um eine zukünftig mögliche Beschränkung der Nutzung des Startplatzes Baikunur im heute unabhängigen Kasachstan überschatten die Zukunft von GLONASS. GPS wird als sicher eingestuft, obwohl das US Verteidigunsministerium (der Betreiber) lediglich eine 10-Jahres-Garantie für den freien Zugriff durch kommerzielle Nutzer gewährt hat. Intelsat denkt darüber nach, ein eigenes nicht-militärisches System aufzubauen und viele zivile Nutzer von GPS drängen die USA und Russland dazu, die Verwaltung und den Betrieb ihrer existierenden Systeme in die Hand einer internationalen Organisation zu geben. Der Vorteil von GPS bei der Flugnavigation, von transatlantsichen Flügen bis hin zu Punktlandungen von Leichtflugzeugen auf nicht ausgebauten und unbewachten Landebahnen, verstärken die Forschung bei den GPS Anwendungen. Niemand rechnet damit, dass die Grenzen der Möglichkeiten von GPS in nächster Zeit erreicht sind.

Andere Positionierungssysteme befinden sich immer noch in der experimentellen Phase oder im frühen Entwicklungsstadium. Eine grosse Anzahl lokaler Transponder kann sicherlich eine hochauflösende Bestimmung der Position ermöglichen, aber günstigere Lösungen wie Konstellationen aus LEO-Satelliten sind noch nicht nachweislich funktionsfähig.

Implantierte Identitätschips:
Sie existieren und sind weit verbreitet zur Markierung von Tieren, angefangen von Laborratten und -mäusen bis hin zu Pferden und Schlachtvieh. Sie werden als vollständig sicher eingeschätzt, sind in wenigen Sekunden implantiert und können von den meisten Veterinären der Ersten Welt einfach mit einer Spritze angebracht werden. Die Verletzung beim Implantatierten ist nicht viel grösser als die durch eine normale Injektion. Die gegenwärtige Technologie erfordert ein Scannen mit einem tragbaren Detektor, der dem an Flughäfen üblichen Metalldetektor nicht unähnlich sieht. Der Scanvorgang wird also im nahen Umfeld des Chips durch ein Hin- und Herbewegen des Detektors bewirkt. Bei der gegenwärtigen Anwendung besteht kein Bedarf an einem Auslesen auf grössere Entfernungen. Soweit mir bekannt ist, sind bisher keine Identitätschips in Menschen verpflanzt worden, sicherlich nicht regelmässig, aber mir sind auch keine medizinischen Gegenanzeigen für ihre Verwendung beim Menschen bekannt. Ein Hersteller dieser Identitätschips ist Bio Medic Data Systems, Inc. in 205 West Spring Valley Avenue, Maywood, NJ 07607 in den USA, Telefon +1 201 587 8300; siehe auch [8].

Personal Digital Assistants / Universelle Kommunikatoren:
Das Potenzial bei der Vereinheitlichung von Palmtops, pen-basierten Computern, Mobiltelefonen, Fax und globalen Datennetzwerken in eine neue Kategorie von Produkten wird weithin wahrgenommen. Firmen wie Apple, Sharp, Casio und Microsoft sind bereits im Rennen, um die Standards für solche Produkte zu setzen. Eine Integration des Global Positioning und des Ubiquitous Computing Konzeptes, das den Computer durch die Identität seines Nutzers "personalisiert" statt durch das Eigentum an der Hardware, sind im Zusammenhang mit diesen Produkten noch nicht weithin diskutiert worden.

Internet:
Das vielleicht wichtigste technologische, soziale und politische Phänomen des Jahrzehnts, das rapide Wachstum des Internet, könnte sich durch die Bemühungen der Vereinigten Staaten den "Information Superhighway" zu bauen noch weiter beschleunigen. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird diese Datenautobahn auf einem Backbone in Fiberglastechnik basieren und Asynchronous Transfer Mode (ATM) Switches einsetzen. Diese Technik könnte viel näher sein, als viele denken, denn die Betreiber werden Befürworter einer universellen Konnektivität sein, die eine Zukunft voraussehen, in der Internetanschlüsse so selbstverständlich sind wie Telefone (und von diesen ununterscheidbar). Eine "angeschlossene" Gesellschaft verspricht eine so starke Steigerung der Konkurrenzfähigkeit, dass andere Industriestaaten motoviert sein werden, ihre eigenen Pläne zum Aufbau von Datentransfer-Infrastrukturen mit ähnlicher Leistungsfähigkeit in vergleichbaren Zeitrahmen umzusetzen.

Kontaktlose Sensoren:
Der aktive Mitarbeiterausweis von Olivetti, der im Xerox PARC und im MIT Media Lab genutzt wird, sowie seine primitiveren, aber in der Industrie weitverbreiteten Brüder, demonstrieren die Verlässlichkeit der Sensoren zur Feststellung der Identität einer Person, die kein aufwändiges und zeitraubendes Zutun des Trägers mehr benötigen. Diese Technologien sind nicht weit verbreitet und in einer sehr frühen Phase der Entwicklung; man kann daher erwarten, dass sie noch dramatisch verbessert werden bis hin zu einem Markt mit Hunderten von Millionen Einheiten.

Public-Key Kryptographie:
Während der Kampf um den Clipper-Chip immer noch tobt, hat sich die Public-Key Kryptographie in der Internet-Community mit der Verteilung von Phil Zimmerman's PGP Paket bereits weit verbreitet. Die Verfügbarkeit einer RSA-lizensierten und voll kompatiblen Version von PGP innerhalb der Vereinigten Staaten erlaubt eine kommerzielle Nutzung ohne Patentrisiken innerhalb der USA, wie auch in der ganzen Welt. Der Privacy Enhanced Mail (PEM) Ansatz im Internet bietet eine alternative Public-Key-Infrastruktur (PKI) mit einem zentralistischeren Ansatz für die Schlüsselverwaltung.

Wireless Technologien:
Dies ist heute einer der am heftigsten blubbernden Kessel in der Garküche der Technologien. Ob nun Cellphone PCMCIA Karten für Laptops und PDAs [8] oder Funk- oder Infrarot-LANs für Zuhause oder das Büro, es ist klar, dass die Nutzerwünsche, der technologische Fortschritt, sowie die Öffnung des 900 MHz Bandes die Totenglocke für das Kupferkabel längst geläutet haben.

Globale drahtlose Kommunikation:
Das Iridium System von Motorola hat weitere Fördermittel erhalten und Partner gefunden, die seinen Start in den späten 1990er Jahren als sicher erscheinen lassen. Die Entwicklung der Hardware, sowohl der Prototyp-Satelliten, als auch der tragbaren Terminals, ist in vollem Gange. Andere Organisationen wie Intelsat und Inmarsat denken daran, zu Iridium vergleichbare Konkurrenzsysteme zu etablieren.

Das Wall Street Journal:
Fährt damit fort aufstrebende Technologien zu ignorieren oder zu verspotten, solange bis all das leicht zu verdienende Geld mit ihnen gemacht wurde.

Nationale ID-Karten (Ausweise):
Die meisten Industrienationen geben die eine oder andere Art von nationalen Ausweisen heraus und in vielen Nationen wird von Erwachsenen gefordert, sich jederzeit ausweisen zu können wenn ein Mitarbeiter einer Behörde danach verlangt. In Gesetzgebungen, in denen keine nominelle ID-Karte existiert, gibt es oft äquivalente Verfahren. In den USA muss jeder, der sich mit einem Automobil fortbewegt (was der überwiegende Anteil der erwachsenen Bevölkerung tut) einen Führerschein bei sich tragen. Obwohl dieser Führerschein von den Behörden der einzelnen Staaten ausgestellt wird, nicht von der Bundesregierung, ist er durch das National Crime Information Center für die Strafverfolger aller Jurisdiktionen mit der Person verknüpfbar. Auch Nicht-Autofahrer sind praktisch gezwungen eine Identifikationskarte ihres Landes zu erwerben, da eine "Photo ID" für viele Transaktionen eine zwingende Voraussetzung ist. Die USA experimentieren mit Pässen, die an eine Datenbank mit den erfassten Daten zur Handgeometrie verknüpft sind und die einen Abgleich der Identität des Passträgers an Grenzkontrollstationen erlauben würde.

Automatische Steuererklärung und -einreichung:
Seit mehr als einem Jahrzehnt bietet die IRS (Internal Revenue Service) es US-Steuerzahlern mit einem regulären Einkommen an, einfach ihr Einkommen anzugeben und die zu zahlenden Steuern von IRS errechnen zu lassen. Nach Einführung der ausgeweiteten Auskünfte an die IRS über alle Finanztransaktionen der Kunden von Banken, Wertpapierhändlern und Kapitalgesellschaften haben Sprecher des IRS bei mehreren Gelegenheiten verlauten lassen, dass der Tag nicht mehr fern sei, an dem die überwältigende Mehrheit der Steuerzahler ihre Steuern automatisch berechnen lasse. Weiterhin gestattet und fördert die IRS auch die elektronische Einreichung von Steuererklärungen, so dass deren automatische Auswertung auch unabhängig von der IRS stattfinden kann, sobald alle relevanten Transaktionen elektronisch gesammelt werden können.

DISCLAIMER

Der Autor dieses Dokumentes hofft ernsthaft, dass nie etwas wie die Unicard real wird, oder dass, falls sie doch eingeführt wird, die Wahrung der Privatsphäre in ihren technologischen Grundlagen fest verankert ist und nicht etwa auf den Respekt vor dem Gesetz und den guten Willen von Regierungen und den fehlbaren Menschen, die dort arbeiten, abhängig ist. Angesichts der offensichtlichen Trends, deren Zusammenlegung leicht der Geburtshelfer für die Unicard werden könnte, habe ich entschieden, dass der mögliche Vorteil einer Alarmierung derjenigen, die sich mit den Bedrohungen der Privatsphäre durch eine anstehende Einführung der Unicard befassen stärker wiegt als jedes Risiko, ihr Auftauchen durch die Beschreibung in dieser konkreten Form noch zu beschleunigen. Ich habe dieses Papier absichtlich so geschrieben, dass es die Vorzüge und geringen Risiken einer Unicard beschreibt, vor allem um darzulegen wie zwingend verführerisch die Erleichterungen und der scheinbare Sicherheitsgewinn einer solchen Entwicklung der breiten Mehrheit der Menschen erscheinen könnte. Stellen Sie sich vor, was erst eine fähige Werbeagentur bewirken könnte, um die Unicard anzupreisen.

Die Unicard ist möglich, wenn nicht heute, dann in der sehr nahen Zukunft. Eine technologische Möglichkeit ist noch keine Unausweichlichkeit -- wäre das der Fall, dann würden wir wöchentliche Starts von Saturn V Raketen zum Mars erleben, immer in drei Stunden und mit Mach 3 von New York nach London jetten und die globale Erwärmung dadurch zum Stillstand bringen, dass wir tausende von Plutoniumreaktoren vom Typ "Schneller Brüter" bauten. Wenn aber gesellschaftliche Trends sich bereits in eine bestimmte Richtung entwickeln, wie sich etwa der Verlust der Privatsphäre durch eine zunehmend feiner strukturierte Überwachung unseres Verhaltens entwickelt, dann sollte man sehr grosse Bedenken hegen, denn so könnten technologische Entwickungen auch die letzten Barrieren einreissen, die zuvor noch einen Dammbruch verhindert hatten.

Versuche, die Entwicklung von Technologien zu begrenzen, speziell solcher Entwicklungen, die weise angewandt nachgewiesenermassen einen grossen Vorteil für eine grosse Menge an Menschen bringen, ist normalerweise zwecklos. Was benötigt wird, und zwar jetzt, ist Voraussicht und eine tiefgehende Analyse der sich neu ausbildenden Beziehungen zwischen den entwickelten Nationen und ihren Bürgern. Wenn informierte Bürger ihr souveränes Recht ausüben, die Welt zu wählen in der sie leben wollen und dann ihre gemeinsame Kraft nutzen, um die Entwicklung und Anwendung der Technologie zu leiten, dann gibt es keinen Grund die Zukunft zu fürchten.

Wenn aber Subjekte in mächtigen Regierungen ihrer Verantwortlichkeit an diesem Wendepunkt unserer Geschichte entsagen, dann könnte dies das Ende der Ära jeglicher Privatsphäre und individueller Freiheit bedeuten.

REFERENZEN

  1. PARC Builds a World Saturated With Computation. M.M. Waldrop, Science 261, 1523 (1993).
  2. GPS "Pseudoliten" versprechen einfache Landeanflüge. Aviation Week & Space Technology, 18. Oktober 1993, S. 60.
  3. Aufenthaltsortbestimmung von Personen durch aktive Mitarbeiterausweise. D. Pountain, Byte, Dezember 1993, S. 57.
  4. Geheimnisse der Anwendung des DS1209 in einem Radio-Transponder. M. Ferrari, Midnight Engineering 41, 14 (1993).
  5. Aussagen zur Verschlüsselungstechnologie.. Das Weisse Haus, Büro des Pressesekretärs, 4. Februar 1994.
  6. Sternbach, R. und M. Okuda. {x}Star Trek: The Next Generation Technical Manual. New York: Pocket Books, 1991. ISBN 0-671-70427-3. Seiten. 92-95.
  7. FBI, NSA Win Fight for High-Tech Eavesdropping Communication. Los Angeles Times, 5. Februar 1994.
  8. Tune In, Turn On: Sound, Cellular Now on Cards. J. Bertolucci, PC World, Februar 1994, S. 64.
  9. Bio Medic Data Systems, Werbung. Science 262 (1993), Seiten 816-817.
  10. SAREX ist hier das Acronym FÜR "Search and Rescue Exercise", nicht etwa das "Shuttle Amateur Radio Experiment", das Amateurfunk bei einer Space Shuttle Mission einsetzte und das, verwirrender Weise, dasselbe Akronym verwendet.
  11. Für Informationen kontaktieren Sie PageSat, Inc., 992 San Antonio Road, Palo Alto, CA 94303, USA, +1 415 424-0384, oder senden Sie eine E-mail an pagesat@pagesat.net.


U N I C A R D


Liberation Through Security

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